Archiv der Kategorie: Unsere Geschichte

Familie Kämmerle, Wannweil um 1928

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Dieses Foto stellte uns Maria Lang geb. Walz aus Adorf im Vogtland zur Verfügung. Ihr Vater, Johannes Walz jun.  (1895-1972) hat es auf der Rückseite beschriftet:
Von links nach rechts: Klärle, Rickes Tochter; Marie; Onkel; Emma, Lenes Tochter und Liesele, eins von Liesles Kinder.


Die Aufnahme entstand um 1928 in Wannweil. Von hier zog der Webmeister Johannes Walz sen. aus beruflichen Gründen ins Vogtland. 1890 heiratete er in Wannweil Magdalena Kämmerle, sie hatten vier Kinder.  Von den Abgebildeten Personen wissen wir noch folgendes:

Das Mädchen links ist Klara Wollpert, (8.4.1920 – 31.3.2008), Marie könnte eine Schwester von Johannes Walz sein, daneben der Onkel ist Johann Georg Kämmerle (12.5.1859 – 17.6.1931) er ist ein Bruder von Joh. Walzens Mutter und der Großvater von Klara. Rechts neben dem Großvater steht seine Enkelin Emma Wollpert (18.10.1917 – 25.10.1991), eine Tochter von Magdalene Kämmerle verh. Wollpert.  Das Kind vorne, Liesele, eins von Liesles Kinder wäre dann eine Tochter von Liesel Leuze (*15.2.1907) welche nach USA auswanderte.

Vor 150 Jahren: Württemberger im Deutschen Krieg 1866

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Der Deutsche Krieg von 1866, auch deutscher Bruderkrieg genannt, war ein Krieg des Deutschen Bundes unter der Führung Österreichs gegen Preußen und dessen Verbündete. Der Sieg Preußens über Österreich hatte die Auflösung des Deutschen Bundes zur Folge. Die näheren geschichtlichen Hintergründe sind bekannt oder in Wikipedia zu finden. Vier Generationen nach diesem Ereignis sind die Teilnehmer aus der Erinnerung nahezu verschwunden. Männer aus unserer Gemeinde welche in Stuttgart und Ludwigsburg gedient hatten waren an der Schlacht bei Tauberbischofsheim im Juli 1866 beteiligt. Kriegsentscheidend war allerdings schon drei Wochen vorher die Schlacht bei Königgrätz.

Folgende Wannweiler Bürger waren beim Feldzug dabei:

Martin Henes, Zimmermann, geb. 3.11.1839, diente 1860 bei der Infanterie.
Jakob Hipp, Schneider, geb. 12.1.1838, diente 1859 beim Armeetrain.
Martin Kern, Maurer, geb. 9.12.1842, diente 1863 bei der Kavallerie.
Jakob Kern, Bauer, geb. 26.5.1842, diente 1864 bei der Leibgarde.
Christian Ott, Weber, geb. 8.12.1841, diente 1862 bei der Artillerie.
Wilhelm Rilling, Bauer, geb. 14.5.1841, diente 1862 bei der Kavallerie
Christian Kern, Metzger, geb. 6.3.1844, diente 1865/66 beim Grenadierregiment 119.
Christoph Ott, Schmied, geb. 30.11.1842, diente von 1863 bis 1868 Soldat.

Christian Kern und Christoph Ott waren Kirchentellinsfurter Bürger. Kern zog 1890 nach Wannweil und betrieb hier eine Metzgerei, Ott heiratete 1869 die Wannweilerin Elisabetha Walz und arbeitete bei der Bahn. Von ihm ist noch ein Foto als Soldat erhalten.

Es ist mir bewusst, dass sich nur sehr wenige für diese Ereignisse interessieren. Nicht einmal die regionalen Medien haben das Ereignis des Deutschen Bruderkrieges, welches nun 150 Jahre zurückliegt, entsprechend gewürdigt. An den ausbleibenden Kommentaren merke ich auch, dass sich eigentlich niemand wirklich für unsere Geschichte, in dieser Form dargestellt, interessiert. Es ist mir trotzdem ein Anliegen, gelegentlich einen Bericht zusammenzustellen.

75 Jahre Unternehmen Barbarossa

Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion.  Am 22. Juni 1941 begann das „Unternehmen Barbarossa“. Im Tagebuch eines Wannweiler Gebirgsjägers finden wir folgende Einträge und Bilder, er hatte seine Agfa immer dabei.

20. Juni 1941 bis 27. Juni 1941 Nachtmärsche von Polen nach Russland.  Am 24. Juni 4:00 Uhr überquerten wir bei Jaroslau den Fluss San,  die Russische Grenze.

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28. Juni, 2:00 Uhr Nachts Abmarsch in den Bereitstellungsraum. 5:00 Uhr bis 15:00 Uhr lagen wir eingegraben in einem Kornfeld mitten im Ari-Feuer.

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Nachts übernachteten wir in einem Dorf

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Am 30. Juni gab es bei zwei Angriffen Vier Tote und 10 Verwundete. Obergefreiter Friedrich tot, Oberjäger Morgenthaler und Bataillonskommandeur Ott verwundet. Von der Bevölkerung bekamen wir Brot, Milch, Honigwasser usw., junge Männer halfen uns unsere Munition zu tragen.

Das erste Wannweiler Kriegsopfer, der Soldat Adolf Hoch,  fiel am 17. August 1941, gut drei Wochen nach seinem 21. Geburtstag in Guta, Russland. Sein Bruder Gustav fiel Ende 1944 in Lothringen. Die Brüder waren die einzigen Kinder von Christian Hoch und Karoline geb. Knoblich.

Papiergarnspinnerei 1916

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Bericht im Reutlinger Generalanzeiger vom 10.16.1916

Auch die Wannweiler Spinnerei und Weber stellte wegen Baumwollmangel auf Papiergarn um. Kriegsbedingt konnte Deutschland auf dem Weltmarkt keine Baumwolle mehr beschaffen.
Daher wurde der Betrieb im Jahr 1915 als einer der ersten in Württemberg auf Papiergarnspinnerei  umgestellt. Bald darauf wurde er als Kriegsbetrieb und Höchstleistungsbetrieb seitens des Kriegsministeriums in Berlin anerkannt. In 3 Tag- und Nachtschichten wurden aber 520 Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigt und jeden Tag verließ ein Eisenbahnwagen mit 5.000 Kg Garn die Station Wannweil. Nach dem Krieg wurde der Betrieb wieder  auf Baumwolle umgestellt und von Grund auf neu organisiert

 

 

 

Speisen vor 100 Jahren

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Gasthaus zum Hirsch neben der Kirche.

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Die kleinen Bäume wurden am 22. März 1897 anlässlich des 100 Geburtstag von Kaiser Wilhelm I. gepflanzt.

Kriegsbedingte Verordnung über die Vereinfachung der Verköstigung.

Am 24 April 1916 verabschiedete der Bundesrat ein Gesetz zur Verordnung über die Vereinfachung der Verköstigung. Dieser Eingriff in den Betrieb öffentlicher Speise- und Gastwirtschaften sollte einen Minderverbrauch von Fleisch und Fett, wie auch Soda und Seife für den Abwasch bewirken. Für Gastwirtschaften, Heime, Pensionen, Kasinos, Vereinsräumen und ähnliche fleischhaltige Speisen anbietende Institutionen galt die Regelung, dass auf der Speisekarte nicht mehr als zwei fleischhaltige Speisen angeboten werden dürfen.  Zur weiteren Fettersparnis durften warme Speisen, zu deren Zubereitung Fett verwandt wird, nicht mehr auf besonderen Vorlegeplatten serviert werden. Für besondere Anlässe wie Festlichkeiten konnten die Behörden Ausnahmen zulassen. Die Verordnung trat am 7. Juni 1916 in Kraft,

 

Radfahren vor 100 Jahren

Mittwoch, 1. Juni 2016

Reutlinger Generalanzeiger vom 2. Juni 1916

Diese Maßnahme hat schnell gegriffen. Bereits im Juni besaß Karl Ott eine Ausnahmegenehmigung.

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„Heimatfront“ 1916

Radfahrkarte des Königreich Württemberg
Erlaubnis zur Benutzung von Fahrradbereifungen. Vorderseite, ausgestellt auf den Schreiner Karl Ott, damals 16 Jahre alt.
„Heimatfront“ 1916

Der Schreiner Karl Ott, ( 1901-1990) brauchte diese Erlaubnis um vom Wohnort Wannweil zur Arbeitsstätte nach Betzingen mit dem Fahrrad zu fahren. Er arbeitete damals bei der Fa. Egelhaf, welche kriegswichtiges herstellte. Das Fahrrad gehörte seinem Vater, welcher im Felde stand. Er war zusammen mit seiner 16järigen Schwester die einzigen der Familie, welche Geld verdienten. Die Mutter betrieb die Nebenerwerbslandwirtschaft.

Eine Siedlung für Flüchtlinge entsteht

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Die Siedlung im Grieß entsteht (1950)

Links sieht man gerade noch das Bauernhaus des Christian Walz (1869-1947) die Grießstraße Nr.  27. Es war bis nach dem Krieg das letzte Haus am Ortsrand, danach kamen nur noch Wiesen.  Hier eine Aufnahme von 1942.  Am rechten Bildrand der Neubau eines Doppelhauses, die Grießstraße 29 der Familie Hafner. Dazwischen verläuft die Schillerstraße und führt zum Sportplatz. Nach 1950 entstanden die Häuser in der Blumenstraße und der oberen Jahnstraße als Siedlung für Flüchtlinge. Hier sieht man die Entstehung des Doppelhauses Blumenstraße 2 und 4. Über das Richtfest berichtete die Presse im Juli 1950:

nd. Wannweil. Das erste Flüchtlingshaus, das mit den Mitteln der staatlichen Förderung erstellt wurde, ist nun feierlich „Gerichtet“ worden. Ein Zimmermann der Baufirma sprach den Spruch und leerte das Glas auf das Wohl der Bauherrschaft. Bürgermeister 0bermüller wünschte mit dem Dank an Gott und an die fleißigen Werkleute, daß einmal in dieser Siedlung, in der noch die anderen Flüchtlingshäuser im Werden sind, eitel Eintracht und Friede herrschen möge.

 

Die Schönbuchgerechtigkeit

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Im Schönbuch, am Birkensee 2015

Die Schönbuchgerechtigkeit.    Sehr früh schon galt für Wannweil ein Waldgesetz, die so genannte „Schönbuch-Gerechtigkeit“. In einem Lagerbuch von 1665 wurde dieses Gesetz neu formuliert, da die Originalbücher im Dreißigjährigen Krieg untergingen.  Im Jahr 1821 wurden die Wannweiler Rechte der Schönbuchnutzung vom Württ. Staat abgelöst. Die Gemeinde bekam dafür 23 Morgen Wald im Gewann Rieder. In dieser „Schönbuchgerechtigkeit“ ist auch eine für die Wannweiler Bürger gültige Bauordnung enthalten.  Davon soll ein andermal die Rede sein.

Es lohnt sich, jetzt im frühen Frühjahr den Wald zu besichtigen. Durch die unbelaubte Natur lässt sich die Topografie besser erkennen. Wir laden herzlich ein, uns einer kleinen Wanderung der NABU Gruppe Wannweil am Sonntag, 3. April anzuschließen.

Liebe Mitglieder und Freunde der NABU Gruppe Wannweil,sehr herzlich laden wir wieder unsere Mitglieder und alle interessierten Bürger zu einer Frühjahrswanderung im Schönbuch ein.
Der Naturpark Schönbuch ist eines der größten geschlossenen Waldgebiete in Süddeutschland. Besonders an den sonnigen und milden Wochenenden im Frühjahr, wenn der letzte Schnee geschmolzen ist und das Sonnenlicht durch das noch nicht geschlossene Blätterdach auf den feuchten Waldboden fällt, wenn der Duft des Bärlauchs die frischen Buchenwälder durchzieht und im oberen Goldersbachtal Knabenkräuter und Trollblumen auf den Talwiesen stehen, dann kann der Wanderer in einer noch intakten Naturlandschaft Ruhe und Erholung zu finden. Der Wald präsentiert sich jetzt als ein lichtdurchflutetes Meer aus Bäumen mit einem duftenden grünen Grund aus unzähligen kleinen Pflanzen. Der besondere Zauber des ältesten baden-württembergischen Naturparks liegt im harmonischen Zusammenspiel zwischen stillen Wäldern, romantischen Bachtälern, idyllischen Ortschaften, schattigen Schluchten und lieblichen Streuobstwiesen begründet. Manfred Walker führt uns wieder ortskundig und naturverbunden. Unser beigefügtes Foto zeigt den Birkensee, zu dem wir im letzten Jahr mit ihm gewandert sind.
Weitere Fotos gibt es auf unseren Internetseiten unter http://www.wannweil.de/vereine/nabu/html/exkursion_birkensee.html
Wir treffen uns am Sonntag, 3. April 2016 um 8:30 Uhr am DLRG Heim (Bahnhof Wannweil), um in Fahrgemeinschaften mit Privatautos in den Schönbuch zu fahren.
Otto Künstle, Vorsitzender der NABU-Gruppe Wannweil